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Digitalisierung

Digitalisierung in der Wasserwirtschaft: Herausforderungen und Chancen sowie Nutzungsbereitschaft

Das Arbeitspaket A4 konzentriert sich auf den Kontext der Digitalisierung in der Wasserwirtschaft, insbesondere auf die Einführung und Nutzung neuer digitaler Technologien zur Bewältigung wasserbezogener ökologischer Probleme. Es legt einen starken Fokus auf die Nutzungsbereitschaft als entscheidenden Faktor für die erfolgreiche Digitalisierung und definiert sie als Maß für die soziale Akzeptanz neuer Technologien.

Die Hauptforschungsfragen lauten:

  • Welche Herausforderungen und Chancen gibt es bei der Einführung und Nutzung digitaler Technologien in der Grundwasserbewirtschaftung (generell)?
  • Wie bereit sind die verschiedenen Akteure der Grundwasserbewirtschaftung in Deutschland, neue digitale Technologien einzuführen und zu nutzen?
  • Welche spezifischen Faktoren beeinflussen am meisten ihre Nutzungsbereitschaft (aus Sicht der Akteure)?
  • Welche Strategien und Maßnahmen können eingesetzt werden, um die Bereitschaft der Akteure zu erhöhen?

 
Diese Fragen werden in drei Forschungsphasen auf verschiedenen Verwaltungsebenen - Bundesebene, regional und lokal - beantwortet oder untersucht.

 

Digitalisierung

 

Herausforderungen und Chancen

In einem ersten Schritt wurden im Rahmen einer Literaturanalyse allgemeine Herausforderungen und Chancen im Zusammenhang mit der Digitalisierung und digitalen Transformation von Grund- und Trinkwassersysteme untersucht. Die Ergebnisse sind in diesem Dokument (PDF) zusammengefasst.

Nutzungsbereitschaft

Um die Nutzungsbereitschaft von digitalen Technologien in der Grundwasserbewirtschaftung zu analysieren wurde methodisch ein explorativer Fallstudienansatz gewählt. Zwischen April und Juni 2024 wurden elf leitfadengestützte, halbstrukturierte Interviews mit Vertreter:innen von Wasserbehörden (lokal und regional), Wasserversorgern, Wissenschaft sowie einer wasserbezogenen NGO im Raum Freiburg durchgeführt. Die Interviews wurden transkribiert und mithilfe einer deduktiven qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Nutzungsbereitschaft nicht allein von wahrgenommener technischer Nützlichkeit oder Benutzerfreundlichkeit abhängt, sondern maßgeblich durch institutionelle und politische Einbettungen digitaler Systeme geprägt wird. Offenheit in Form von transparentem Datenzugang und Echtzeitinformationen wurde vielfach als vertrauensbildend und kooperationsfördernd beschrieben. Gleichzeitig treten Spannungen auf: Anforderungen an Datensicherheit, Datenschutz und kritische Infrastrukturen können Offenheit begrenzen. Insbesondere kleinere Behörden verweisen auf personelle, finanzielle und rechtliche Restriktionen, die die Implementierung erschweren. Hinzu kommen Machtasymmetrien im Zugang und in der Kontrolle von Daten: Während größere Institutionen oft direkten Zugriff und organisatorische Kapazitäten besitzen, sind kleinere Akteure oder NGOs mit bürokratischen Hürden und Kosten konfrontiert. Digitalisierung erscheint damit nicht als rein technischer Modernisierungsschritt, sondern als Governance-Frage, in der Transparenz, Sicherheit, Ressourcenverfügbarkeit und Verteilungsgerechtigkeit neu austariert werden müssen.

Insgesamt verdeutlicht die Analyse, dass digitale Technologien in der Grundwasserbewirtschaftung sowohl Chancen für verbesserte Transparenz, Koordination und Krisenreaktion bieten, zugleich jedoch neue Gerechtigkeits- und Governance-Fragen aufwerfen. Nutzungsbereitschaft ist somit nicht nur eine Frage individueller Akzeptanz, sondern Ausdruck institutioneller Rahmenbedingungen und bestehender Macht- und Ressourcenstrukturen.

Im Rahmen dieser Interviewkampagnen entstanden zwei Veröffentlichungen: zu den Motivationen und Fähigkeiten der Wasserakteure zu der Einführung von digitalen Technologien sowie zu deren Nutzerakzeptanz.